CCC-Netzwerk: Netzwerk der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren.Externer Link: Deutsche Krebshilfe

Comprehensive Cancer Center Mainfranken, Würzburg

Direktoren:

Prof. Dr. Ralf C. Bargou
Prof. Dr. Michael Flentje (Stellv.)

Das CCC Mainfranken (CCC MF) wurde im Jahr 2008 gegründet und ging aus dem bereits seit 1983 bestehenden Interdisziplinären Tumorzentrum der Universität Würzburg hervor. Das CCC MF hat die traditionell starke Grundlagenforschung in Würzburg im Bereich der Lebenswissenschaften und Krebsforschung gebündelt und in Richtung translationaler und klinischer Forschung weiterentwickelt. Durch erhebliche finanzielle Förderung durch die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) konnten in der Folgezeit wichtige Strukturen im Bereich der interdisziplinären Krankenversorgung weiter aus– und aufgebaut werden, so dass das CCC MF zum ersten Mal 2011 als Onkologisches Spitzenzentrum von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet wurde. In den Jahren 2014 und 2018 wurde das Zentrum erfolgreich wieder begutachtet und für weitere vier Jahre durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.

Interdisziplinäre Krankenversorgung und Einbindung der Region

Im CCC MF kooperieren alle Fachdisziplinen und Einrichtungen eng miteinander, die an der Diagnostik und Therapie onkologischer Erkrankungen beteiligt sind. Neben dem UKW und den theoretischen und klinisch-theoretischen Instituten der Medizinischen Fakultät haben sich mehr als 30 außeruniversitäre Krankenhäuser sowie Facharztpraxen der Region dem CCC MF angeschlossen, so dass die Mehrzahl der Krebspatienten in Unterfranken und angrenzenden Regionen durch das regionale Netzwerk des CCC MF versorgt werden. Kernstück der fachübergreifenden Zusammenarbeit sind 18 jeweils wöchentlich stattfindende Tumorkonferenzen, in denen alle Tumorerkrankungen im interdisziplinären Team besprochen werden. Jeder Patient erhält hier einen nach neusten Standards festgelegten individuell auf ihn zugeschnittenen Behandlungsplan. Über personellen Austausch finden zusätzlich regelmäßig standortübergreifende Tumorkonferenzen mit Versorgungseinrichtungen der Region statt. Jährlich werden so im Rahmen des regionalen CCC MF-Versorgungsnetzwerkes über 10.000 Patienten in Tumorboards besprochen. Zusätzlich zur bestmöglichen Routineversorgung hat das CCC MF in den letzten Jahren ein regionales Studiennetzwerk für die Region Unterfranken und angrenzende Regionen aufgebaut. Für die Einholung von Zweitmeinungen und die Beratung von Patienten und Angehörigen bietet das CCC MF eine zentrale Anlaufstelle an. Ein zentrales Patientenmanagement in Verbindung mit einem Lotsensystem sorgt dafür, dass alle Patienten des CCC MF die optimale interdisziplinäre Versorgung bekommen. Dazu gehört auch das Angebot von psycho-sozialer Betreuung oder die Bereitstellung von Kontakten zu Selbsthilfegruppen. In enger Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen werden auch regelmäßig Informationsveranstaltungen für Betroffene und Patientenkongresse organisiert.

Über das gemeinsame Tumorregister wird der gesamte Erkrankungs- und Therapieverlauf dokumentiert und ausgewertet. Das QM-Team überwacht zusätzlich die Schlüsselprozesse der Diagnostik und Therapie von Tumorpatienten. Auf diese Weise erfolgt eine regelmäßige Qualitätskontrolle und kontinuierliche Behandlungsoptimierung.

Ein weiteres Instrument der Qualitätssicherung ist die kontinuierliche Aus- und Weiterbildung aller an der Diagnostik, Behandlung, Prävention und Nachsorge von Krebspatienten beteiligten Mitarbeiter. Regelmäßig werden Seminare, Trainingskurse, Kongresse, Fortbildungsveranstaltungen und Vorlesungen für ärztliches und nicht-ärztliches Personal durchgeführt. Das CCC MF bietet u.a. die Weiterbildung zur onkologischen Fachschwester sowie Ausbildungs- und Karriereprogramme für Ärzte und Wissenschaftler auf dem Gebiet der klinisch-orientierten Forschung (Clinician Scientist Programm) an.

Forschung am CCC Mainfranken

In den letzten Jahren sind unter dem Dach des CCC MF folgende vier interdisziplinäre Schwerpunktprogramme entwickelt und erfolgreich vorangetrieben worden: (1) Identifizierung von Biomarkern und neuen therapeutischen Zielstrukturen, (2) Tumor-Immunologie und Immuntherapie, (3) Radiotherapie und molekulare Bildgebung sowie (4) Personaliserte Medizin und Präzisions-Onkologie. Hauptziel aller vier Forschungsprogramme ist die Entwicklung neuer wirksamerer und zugleich nebenwirkungsärmerer Therapieansätze. Weitere Forschungsprogramme fokussieren auf Prävention und Versorgungsforschung (Outcome Research).

Ein besonderes Kennzeichen des CCC MF ist eine hoch spezialisierte interdisziplinäre klinische Therapieeinheit zur Anwendung neuer experimenteller Therapieverfahren im Rahmen früher klinischer Studien (Early Clinical Trial Unit, Phase-I Unit). Durch diese Einheit ist eine wichtige strukturelle Voraussetzung geschaffen worden, neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung schnell in die klinische Praxis umzusetzen und schwerkranken Tumorpatienten so früh wie möglich im Rahmen kontrollierter klinischer Studien zukommen zu lassen. Zur Zeit werden jährlich mehr als 30 neue Therapieansätze geprüft.

Neben der Early Clinical Trial Unit gehört zum CCC MF auch eine Interdisziplinäre Studienambulanz für häufige solide Tumore.

Koordiniert werden die Studienaktivitäten von einer fachübergreifenden Studienzentrale. Dort wird auch das zentrale Studienregister geführt, sowie ein umfangreiches, Fachgruppen-spezifisches Fortbildungsprogramm geboten. Ganz aktiv werden die Partner des regionalen CCC MF Netzwerks in die Studienaktivitäten mit einbezogen. So konnte in den letzten Jahren ein regionales Studien- und Versorgungsforschungsnetzwerk etablierte werden, in dem jährlich zwischen 2000 und 3000 Krebspatienten im Rahmen klinischer Studien behandelt werden.

Kontakt

Universitätsklinikum Würzburg
Comprehensive Cancer Center Mainfranken
Josef Schneider Str. 6
Haus C16
97080 Würzburg

Telefon: +49 931 201-35350
Fax: +49 931 201 353 59
E-Mail: anmeldung_ccc@ukw.de  
Internet: www.ccc.uni-wuerzburg.de