CCC-Netzwerk: Netzwerk der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren.Externer Link: Deutsche Krebshilfe

Vertreter aus der AG Palliativmedizin stark auf dem 32. Deutschen Krebskongress vertreten

07.03.2016
32. Deutscher Krebskongress 2016

„Palliativ“ fügte sich sehr gut in die Semantik des diesjährigen Mottos des 32. Deutschen Krebskongresses in Berlin ein: „Krebsmedizin heute: präventiv, personalisiert, präzise und partizipativ“. Das spiegelte sich auch im Programm des größten Krebskongresses in Deutschland wider. Zahlreiche Beiträge kamen dabei von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe (AG) Palliativmedizin des Netzwerks der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Comprehensive Cancer Center (CCC).

Prof. Christoph Ostgathe, Sprecher der AG Palliativmedizin des CCC-Netzwerkes, plädierte in einer Plenarsitzung dafür, dass supportive und palliative Versorgung sehr wohl Hand in Hand gehen könne. Jedoch sei die spezialisierte Palliativmedizin durch ihren speziellen Fokus auf Symptomgeschehen und die kurz- sowie langfristige Versorgungssituation der Patienten nicht durch die supportive Medizin zu ersetzen. Frau Prof. Karin Oechsle, vom Universitären Cancer Center Hamburg, zeigte ergänzend auf, dass auch kurative und palliative Medizin z.B. bei hämatologischen Erkrankungen, ineinander übergreifen können. Im kurativen Kontext meint eine frühe Integration der Palliativmedizin in erster Linie, „früh darüber reden, was später einmal sein könnte“. Laut Prof. Ostgathe beginne dies schon mit dem Aushändigen einer Visitenkarte.

Demgegenüber legte Julia Berendt nahe, dass die spezialisierte Palliativmedizin im CCC-Netzwerk noch kein selbstverständliches Element der Versorgung von Patienten mit einer unheilbaren Krebserkrankung sei. Dazu fehle es der Palliativmedizin in Deutschland vielerorts noch an Versorgungs- und Lehrstrukturen sowie an Beachtung in Forschungsprojekten zur Krebsbehandlung. Dies sind Erkenntnisse, die sie als Mitarbeiterin der Koordinationsstelle der Arbeitsgruppe Palliativmedizin im CCC-Netzwerk in Form eines wissenschaftlichen Posters verdeutlichte.

Darüber hinaus sensibilisierte Frau Prof. Dr. Birgitt van Oorschot, Leiterin des Interdisziplinären Zentrum Palliativmedizin CCC Mainfranken Würzburg, für die Vermeidung von Übertherapie am Lebensende mit dem Ziel einer besseren Lebensqualität für Patientinnen und Patienten. Sie stellte die inzwischen in der Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin der Deutschen Krebsgesellschaft (APM) konsentierten fünf Negativempfehlungen zur Vermeidung und Behandlungsbelastung am Lebensende vor und verwies dabei auf Empfehlungen der S3-Leitlinie Palliativmedizin. Beispielhaft illustrierte sie dies anhand einer selbst initiierten  Studie zur kritischen Abwägung der Thromboseprophylaxe bei Patienten auf der Palliativstation. Weitere S3-Leitlinienempfehlungen zu Atemnot, Tumorschmerz und Obstipation stellte PD Dr. Steffen Simon des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn vor. Die Vorstellung eines im Rahmen der S3 Leitlinien entstandenen und unter die „Best of Abstracts“ gewählten  systematischen Reviews von PD Dr. Jan Gärtner aus dem CCC Freiburg zur Gabe von Metamizol zur Schmerzlinderung füllte sogar noch am späten Abend den Kongressraum. Viele Zuhörer fand am nächsten Tag auch der Beitrag von Frau PD Dr. Stephanie Stiel aus dem CCC Erlangen-EMN zur Erfassung der Sterbequalität im stationären Setting.

Wir freuen uns, weitere Erkenntnisse der Mitglieder der AG Palliativmedizin des CCC-Netzwerks auf den 4. Wissenschaftlichen Arbeitstagen am 11. und 12. März 2016 in Erlangen, dem 8th World Research Congress der European Association for Palliative Care am 09. bis 11. Juni 2016 sowie auf dem 11. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 07. bis 10. September 2016 in Leipzig vorstellen zu können.