CCC-Netzwerk: Netzwerk der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren.Externer Link: Deutsche Krebshilfe e.V.

AG Translationale Studien

Hintergrund: Klinische Studien in der Onkologie in Deutschland

In Deutschland existiert eine überwiegend flächendeckende gute Infrastruktur zur Durchführung klinischer Studien der Phasen II, III und IV. Dies gilt sowohl für Universitätskliniken als auch für nicht-universitäre Krankenhäuser  und onkologische Facharztpraxen. Diese Situation spiegelt sich in einer regen Studienaktivität über die gesamte Versorgungsbreite wieder. Aufgrund der hohen Kosten für die GCP-gerechte Durchführung klinischer Studien verlagert sich der Schwerpunkt hier zunehmend auf Industrie-gesponsorte Studien.

Eine andere Situation besteht bei den Phase I und frühen Phase II Studien. Mit zunehmendem molekularen Verständnis der verschiedenen Krebsformen und der damit einhergehenden Zunahme der Identifikation therapeutisch relevanter molekularer Aberrationen (driver mutations) gewinnen early proof of concept – Studien mit molekularer Patientenselektion eine zentrale Bedeutung für frühe Entscheidungen über die Weiterentwicklung eines neuen Therapieansatzes. Bei diesen Studien ist eine enge Zusammenarbeit von Grundlagenforschern, Molekularpathologen und Klinikern von entscheidender Bedeutung. Sie sind daher in der Regel universitären Zentren vorbehalten. Nicht zuletzt aufgrund der engen Verflechtung der führenden pharmazeutischen Hersteller neuer zielgerichteter Medikamente mit v.a. US-amerikanischen Krebszentren besteht auf diesem Gebiet in Deutschland aktuell ein deutlicher Nachholbedarf.

Ziele der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe möchte eine Zusammenarbeit der onkologischen Spitzenzentren bei der Durchführung früher klinischer Studien ('Investigator Initiated Trials') mit translationalen Fragestellungen etablieren. Ein Schwerpunkt hierbei soll auf die Initiierung gemeinsamer Studien gelegt werden. Die Gruppe versteht sich nicht als Konkurrenz zu den effektiv arbeitenden klinischen Studiengruppen in der Onkologie in Deutschland. Vielmehr soll die spezifische wissenschaftliche Expertise der onkologischen Spitzenzentren genutzt werden, um translationale Studien zu ermöglichen, die nur an universitären Zentren mit der entsprechenden Infrastruktur zu leisten sind. Die Arbeitsgruppe steht auch weiteren interessierten universitären Zentren mit Interesse an der Durchführung translationaler klinischer Studien offen.

Sprecher

Prof. Dr. Jürgen Wolf, Köln
Prof. Dr. Hubert Serve,
Frankfurt (Stellv.)