CCC-Netzwerk: Netzwerk der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Onkologischen Spitzenzentren.Externer Link: Deutsche Krebshilfe e.V.

Drittes Palliativsymposium im Netzwerk der deutschen Comprehensive Cancer Center in Heidelberg

26.04.2016

Jährlich erhalten 500.000 Menschen in Deutschland die Diagnose "Krebs". Etwa zwei Drittel aller Tumorpatienten können heute geheilt werden. Bei ungefähr einem Drittel der Patienten ist die Prognose begrenzt und eine Heilung nicht möglich. Für Patienten und deren Angehörige ist es in jeder Phase der Erkrankung wichtig, dass sie sich gut aufgehoben, behandelt und betreut fühlen. Die von der Deutschen Krebshilfe geförderten Symposien Palliativmedizin greifen das Thema der umfassenden Unterstützung bei fortgeschrittener Krankheit auf und beleuchten dies aus verschiedenen Blickwinkeln.

In Heidelberg fand nun am 07. April 2016 das nach Würzburg und Dresden mittlerweile dritte Symposium Palliativmedizin im Netzwerk der deutschen Comprehensive Cancer Center statt. Unter dem Titel „Palliativer Trajektor in der Onkologie“ hat die AG Palliativmedizin gemeinsam mit der Palliativmedizin im Onkologischen Spitzenzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg zu der Veranstaltung  eingeladen. Dieser Einladung sind mehr als 130  Spezialisten aus unterschiedlichen Berufsgruppen aber auch Patienten und Angehörige ins Rohrbacher Schlösschen gefolgt.

Durch den Abend führten die beiden Gastgeber des Heidelberger Universitätsklinikums, Professor Dr. Bardenheuer, ärztlicher Leiter im Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin und Professor Dr. Thomas, Chefarzt der Internistischen Onkologie der Thoraxklinik. Professor Thomas erläuterte zunächst die Bedeutung des Begriffes „Palliativer Trajektor“ mit anschaulichen Grafiken und zeigte den Einfluss und Ansatz der Palliativmedizin im allgemeinen Krankheitsverlauf eines Krebspatienten auf.

Matthias Villalobos, Oberarzt in der Thoraxklinik, zeigte im anschließenden Vortrag die Möglichkeiten und Grenzen zur vorausschauenden Versorgungsplanung (Advance Care Planning) eines onkologischen Patienten auf. Mit Voranschreiten der Krankheit rückt für Patienten und Angehörige schnell die Dimension der Endlichkeit ins Blickfeld. Die zunehmende Symptomlast und Unsicherheit wird begleitet von großer existentieller Belastung. All dies gilt es frühzeitig zu erkennen und aufzufangen.

Eine individuelle Betreuung und Behandlung von Patienten mit palliativmedizinischem Versorgungsbedarf ist nur durch ein gutes Zusammenspiel verschiedener Berufsgruppen und der unterschiedlichen Fachdisziplinen möglich. Als internationale Gäste aus dem Guy's and St. Thomas' Hospital in London präsentierten Pippa Labuc, Ergotherapeuthin, und Tom Fynmore, ein auf Krebserkrankungen spezialisierter Physiotherapeut, anschaulich ein über mehrere Wochen laufendes Programm für Patienten mit Lungenkrebs, dessen Inhalte auch im Übergang zur palliativmedizinischen Versorgung bedeutsam sind. Dabei werden unter Anleitung Bewältigungsstrategien (Atmung, Entspannung u.a.), die bei onkologischen Erkrankungen bis zum Lebensende das Wohlbefinden der Patienten verbessern können, erlernt.

Am Ende der Veranstaltung, die sich neben den spannenden Vorträgen durch viele sehr lebhafte Diskussionen auszeichnete, unterzeichneten die beiden Sprecher der AG Palliativmedizin im Netzwerk der deutschen Comprehensive Cancer Center Prof. Dr. Ostgathe und Prof. Dr. Thomas stellvertretend für die Arbeitsgruppe und somit für alle Standorte in Deutschland die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“.